Sonntag, 11. Januar 2015

Unverwechselbar fotografieren, oder wie finde ich meinen Stil?

Seitdem ich im vergangenen Jahr angefangen habe zu fotografieren, frage ich mich ein ums andere mal, ob das, was ich mache, nicht zu uneinheitlich ist und die Porträts und Landschaftsaufnahmen nicht zu unterschiedlich erscheinen.

Andere Fotografen verfolgen konsequent ihren Stil oder eine bestimmte Formensprache. Oft werden dafür nicht nur gleichartige Motive und Inhalte verwendet, sondern es werden Apps oder bestimmte Photoshop bzw. Lightroom-Presets benutzt, um eine gewisse Unverwechselbarkeit zu erzeugen. Betrachter können so meist sehr schnell die gewohnte Stilrichtung erkennen und dem Fotografen den einzigartigen Stil zuordnen. Die ganze Kunstgeschichte wäre ohne solche typischen Stilmerkmale einzelner Künstler und Kunstrichtungen nicht denkbar.

Wenn ich mir in den Facebook-Gruppen oder bei Flickr die große Vielfalt an Stilen der verschiedenen Fotografen anschaue, dann muss ich sagen, dass es für die Betrachter nichts Schöneres gibt, als die unterschiedlichsten Inhalte und formalen Umsetzungen zu erleben. Der einzelne Fotograf hat wiedererkennbare Merkmale aus Sujet, Formensprache und Stil und kann sich so in der Masse durch Originalität oder eine bestimmte Art der Perspektive oder Farb- bzw. Schwarz-Weiß-Umsetzungen absetzen.

Ob es sich dabei immer um eine bewusste Entscheidung des einzelnen Fotografen handelt oder ob es sich im Laufe der Jahre so ergeben hat, kann ich nicht beurteilen. In jedem Fall frage ich mich, ob nicht bei solchen Fotografen, die immer nur "Lost Places" oder nur Schwarz-Weiß-Porträts fotografieren, auf die Dauer eine gewisse Ermüdung eintritt. Ermüdung beim Fotografen selber als auch bei den Betrachtern. Viele Porträts einer Kollegin finde ich von der Bearbeitung wundervoll, aber sie sind für mich kaum noch unterscheidbar, der Stil hat die Variation scheinbar geschluckt. Auch die ewig gleichen Landschaftsaufnahmen oder die Nicht-Ästhetik verlassener Abbruchhäuser würden mich als Fotografen ermüden. Aber so lange ein "Markt" bzw. Liebhaber dafür vorhanden sind, stellt sich die Frage nach der Berechtigung nicht.

Bin ich also genau in der richtigen Spur, wenn die Unterschiedlichkeit in meinen Sujets und Formen weiterentwickle, wenn ich bei einem zweistündigem Shooting vier verschiedene Looks und viele verschiedene formale Aufnahmemöglichkeiten durchspiele? Oder verhaspele ich mich als Fotograf dadurch nicht zu sehr in einer Beliebigkeit, der man nur durch oben beschriebene Stilreduktion beikommen kann?

Vielleicht sind das aber auch nur die Selbstzweifel eines Fotografen, der noch am Anfang einer Entwicklung steht. Vielleicht habe ich mittlerweile auch schon gewisse Charakteristika gefunden, die außenstehenden Betrachtern eher auffallen als mir selber. Vielleicht muss ich mir gar keine Stilvorgabe zulegen (so wie: "jetzt nur noch ältere Leute in Schwarz-Weiß fotografieren und das ganze im quadratischen Format"). Vielleicht lasse ich mich einfach weiter treiben und schaue, was das neue Jahr bringt. Vielleicht verlasse ich mich einfach auf meinen "liebevollen Blick", den ich in jedem Shooting einbringe.

Am Ende möchte ich mehr Menschen ansprechen, mehr Erfolg haben, ein großartiges Portfolio aufbauen, mich ständig verbessern. Was ich nicht möchte ist, dass mich meine Sujets irgendwann langweilen, nur weil ich denke, ich müsste einer Tendenz nachjagen oder irgendjemandem gefallen.

Ein erster Schritt ist die Neukonzeption meiner Homepage mit einem neuen Layout und einigen neu geordneten Seiten. Hier könnt ihr überprüfen, ob Euch mein "Stil" gefällt:

http://paulussen.jimdo.com

Markus Paulußen



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