Dienstag, 29. März 2011

Twitterwall im öffentlichen Raum

Wir haben an der Uni Bielefeld auf unseren öffentlichen Displays (insgesamt 17 Stück) eine Twitterwall eingerichtet. So sieht sie aus:

http://www.uni-bielefeld.de/displays/twitter_wall.html

Sicherlich ist das ein Experiment mit Twitter. Aber es ist auch ein Experiment mit Interaktion. Der Interaktion zwischen den Leuten vor und hinter dem Schreibtisch. Also auch ein Angebot an die Studierenden sich aktiv in die Inhalte mit einzubringen und neue Formen der Kommunikation auszuprobieren. Nicht im Web 2.0, sondern im öffentlichen Raum einer Universität, der gleichzeitig zur Verlängerung des Webs wird.

Kurze Nachrichten, schnell geschrieben, schnell konsumiert, schnell weggeklickt. So tauchen sie auf der Twitterwall im Eingangsbereich auf und jeder kann mit #uni_displays eine Nachricht schreiben. Folgen kann man den uni_displays auch, dazu reicht ein eigener Twitter-Account.

Ob das Sinn macht? Keine Ahnung. Sinn ergibt sich immer aus der Nutzung. Macht YouTube Sinn? Macht Facebook Sinn? Es ist der Sinn, der in dem Augenblick entsteht, wenn ein Hinweis auf der Twitterwall in der Uni Bielefeld gelesen und kommentiert wird. So enstehen neue Formen der Kommunikation und eben Sinn.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Mit Apple ins TV

Seit vorgestern geht es weiter: mein Fernseher spricht Apple. Zumindest zaubert die kleine schwarze Box, die sich "Apple TV" nennt, Bilder, Fotos und Videos auf meinen Fernseher. Was mich sofort begeistert: iPad und iTunes vom PC liefern ihre Inhalte kabellos an die Box, WLan funktioniert reibungslos. Einmal die "Privatfreigabe" aktivieren, schon sind Videos über das iPad am Fernseher zu sehen und alle Inhalte von iTunes lassen sich vom PC streamen. Was mich noch stört: nicht jedes iPad-Video ist kompatibel, die Videos der Tagesschau-App lassen sich zwar mit dem Ziel "Apple TV" ansteuern, übertragen wird aber lediglich der Ton. Nur die iTunes-kompatiblen Videos werden abgespielt. Hier warte ich auf einen vernünftigen Jailbreak.


Aber es ist schon seltsam. Wir Nutzer möchten immer mehr Funktionen. Die Frage nach dem "was kann das Ding sonst noch", wird immer sofort gestellt. Dabei bin ich ja mittlerweile ein Freund der reduzierten Funktionen. Und manchmal ist es nur eine Funktion, die einen Kauf rechtfertigt, oder eben auch die kleine, feine Fernbedienung.

Über eine Remote-App kann ich das Teil auch mit dem iPad oder dem iPod Touch bedienen. Das funktioniert dann besser, wenn zum Beispiel der You-Tube-Kanal nach Einträgen durchsucht werden muss. Hier steht die gewohnte softwareseitige Tastatur zur Verfügung.

Apple will vor allem durch das Leihgeschäft ordentlich am Apple TV verdienen. Dabei kann die kleine Box keine Filme speichern, sondern holt sich den Stream über WLan. Das kann bei HD-Auflösung schon mal etwas dauern. Alternativ könnne auch Filme über iTunes am PC oder Mac gekauft und dann vom eigenen Rechner aus gestreamt werden. Preise von 4.99 Euro für einen Leihfilm halte ich jedenfalls für übertrieben und keinesfalls marktgerecht. Ich hoffe, dass Apple da nachbessert und vielleicht auch im deutschen Markt einen Anbieter findet, der bessere Inhalte und Preise durchsetzt. Ansonsten kauf ich mir weiterhin BluRays.

In jedem Fall habe ich schon feststellen müssen, dass YouTube-Videos schauen nun im Kreis der Familie einfach wird. Der Fernseher ist eben doch immer noch das beste Anzeigegerät für Filme. Auch die Video-Podcasts machen mehr Laune, der Zugriff auf ein riesiges Archiv an Content, ob nun "Quarks & Co", "Wissen macht AH" oder für meine Frau "Lanz kocht", ist möglich. Die Rezeption von Inhalten hat eben immer auch etwas mit den Endgeräten und deren Qualität zu tun.

Mittwoch, 17. November 2010

Einfach für Alle - oder am "Pulse" der Zeit

Wer am Puls der Zeit ist, der bemerkt, dass sich 2010 viel getan hat. Facebook ist das wichtigste Kommunikationmedium geworden, Mail soll abgeschafft werden und Apple überholt Microsoft. Das iPad, dem ich mich hier schon oft gewidmet habe, eröffnet ganz neue Möglichkeiten von Gestaltung, Usability und Mediennutzung. Viele Fragen zur Zukunft des Lesens haben durch das Tablet eine neue, andere Qualität erhalten. Endlich geht es nicht mehr um die Frage nach ebook-Readern, das iPad ist eine eindeutige Antwort auf die Suche nach einer geeigneten Hardware. Apple ist dabei zunächst der große Gewinner und Innovator.

Jetzt wachsen neuARTige Apps wie die Pflanzen im Frühling. Dem iPad wohnt sozusagen ein Innovationsmotor inne. Die Entwickler nutzen zwei wesentliche Eigenschaften des iPads aus. Erstens die Größe des Displays und zweitens die fingersensitive Steuerung. Hier entstehen Bedienungskonzepte, die das Gerät ideal mit einer Einfachheit verknüpfen, wie man es von Apple gewohnt ist. Daher beweisen App-Entwickler in der ganzen Welt zur Zeit welche überaus genialen Nutzungskonzepte für das iPad umgesetzt werden können.

Das "Frankfurter-Rundschau App" oder aber der Newsreader "Pulse" bereiten entweder redaktionelle Inhalte oder aber vorhandenen Content so auf, dass die Nutzung nicht nur leicht von der Hand geht, sondern auch viel Spaß macht. Hier liegt ein Erfolgrezept für jedes noch so dröge Produkt. Es muss gefallen und einfach sein.

Wobei das ja gar nicht so einfach ist, das Einfachsein. Schaut man sich die Bedienkonzepte von Outlook an, die weit hinter den flexiblen Möglichkeiten von Google hinterherhinken, und viele Stunden Mitarbeiterressourcen fressen, dann muss man sich schon nach dem Sinn solcher altbackenden Windowsprogramme fragen.

Sicher: das iPad kann nicht alles. Aber es kann uns einen neuen Blick auf das Einfache, das Unmittelbare geben und uns einen Weg zurück zur Nutzbarkeit unserer IT weisen.

Montag, 4. Oktober 2010

Ich schreibe wie Hegel ?? !!

Nachdem ich den Blogtext über das iPad bei der FAZ eingegeben hatte, sagte mir diese, dass ich wie Hegel schreiben würde.

Der Text "Veränderung erleben" klingt dagegen eher nach Peter Handke. Ob das daran liegt, dass ich im Studium früher Handke gelesen habe. Weil Handke selber Hegel liest, entsteht so ein interessanter Zusammenhang. Sachen gibt es:



Ausprobieren und wundern.

Sonntag, 26. September 2010

Veränderung erleben

Die Welt ändert sich. Wir sind dabei.

Sicherlich, Dinge ändern sich andauernd. Jeden Tag erleben wir einen anderen Tag, eine neue Geschichte. Medien transportieren Geschichten. Aber, seitdem es das iPad gibt, ändert sich die Wahrnehmung von Medien, wie vielleicht seitdem wir das Internet kennen nicht mehr.

Das, was wir als Computer wahrnehmen, steht auf einem Schreibtisch und ist uns immer fremd geblieben. Ein Gegenstand der Arbeit, distanziert von Zeitung, Buch und Fernseher. Jetzt hat das iPad die Kluft überwunden. Es erobert die Orte, die ansonsten der "Hardware" vorbehalten war, die schon unsere Eltern kannten.


Ermutigend ist auch die Tatsache, dass ein Massenmarkt bedient wird. Auch wenn Apples Politik vielfach kritisch beäugt wird, der Erfolg eines Medienwandels hängt vom Geldverdienen und dem kommerziellen Erfolg ab. Ganz entscheidend ist dieser Aspekt für eine langfristige Strategie des Kreativen. Denn Kreativität ernährt einen nur, wenn am Ende ein Euro rausspringt. Denn wir wollen ja nicht für lau arbeiten.


Darum ist die App der Frankfurter Rundschau ein richtiger Ansatz. Ein Ansatz, den wir beobachten müssen, denn hier ist die FR Vorreiter für eine ganze Branche. Ist er erfolgreich, dann schließen sich andere Verlagshäuser an und Tablets wie das iPad erobern weite Bereiche der Gesellschaft.

Schön, wenn man jetzt schon die Zukunft erleben kann.

Freitag, 24. September 2010

"Journalistisch der Sprung in eine neue Welt"

Mit der iPad-APP der Frankfurter Rundschau ist einer deutschen Zeitung ein nicht zu vermutender Start in ein neues Medienzeitalter gelungen. Das Lob ist allenthalben zu hören und folgendes Interview zeigt die Hintergünde:

http://meedia.de/nc/details-topstory/article/journalistisch-der-sprung-in-eine-neue-welt_100030468.html

Faszinierend, dass in der Reaktion mit einem Tool von Woodwing gearbeitet wird, das auf Basis von Adobe InDesign arbeitet. Ich bleibe an dem Thema dran.

Siehe auch:

http://www.justapps.de/2010/09/22/fr-kiosk-vorhang-auf-fur-die-zeitung-der-zukunft/

Freitag, 17. September 2010

Enhanced eBooks

Was sollten wir mit dem Begriff "Enhanced eBooks" anfangen? Es sind elektronische Bücher, die angereichert werden mit multimedialen Inhalten. Eigentlich ein alter Hut, gab es so etwas doch schon vor 20 Jahren als Multimedia CD-Rom. Nur sind jetzt Geräte wie das iPad auf dem Markt, die den Zugang wesentlich erleichtern.

Ich entwerfe hier mal eine Visoin, die jetzt Realität wird:
  • Träger ist weiterhin der Text (das Lesen)
  • angereichert wird der Text durch
  • Videos
  • Bilder, Grafiken
  • Comicfragmente
  • Hörstücke
  • Webseiten
  • Textanimationen (z.B. fliegende Buchstaben)
  • Minispiele
  • Apps
  • Live-Webcams
  • ...
Die Idee wäre, jetzt mal einen Prototypen zu erstellen, der im Internet wie auf dem iPad funktioniert. Zu den Enhanced eBooks siehe auch die Meldung zu Rowohlt.