Mittwoch, 5. Februar 2014

Meine Projektwoche Tag 3 - Mobile Erfolge

Welche Apps sind erfolgreich? Warum sind Apps erfolgreich? 


Ohne Frage erfolgreich sind Apps, die sich auf jedem zweiten Smartphone wiederfinden. Es handelt sich um die Apps der Big Player wie Amazon, Google, Facebook, ebay und Apple. Darüber hinaus sind Kommunikationstools wie whatsapp, selbstverständlich die YouTube-App oder Nachrichtenportale wie Spiegel-Online zu nennen. Wer unterwegs ist, braucht Google Maps und eventuell die Bahn-Auskunft. Ich nutze mittlerweile Twitter am meisten. Hier ziehe ich schnelle kurze Nachrichten zu meinen favorisierten Themen. Unverzichtbar.

Die Standard-Apps von Apple oder Google Android wie Kalender, Notizen, Mail, Wetter und den Bereich der Fotoapps nimmt man fast schon automatisch mit. Der Rest ist ein Gemischtwarenladen, der aus Apps besteht, die ich zum Beispiel nur mal angetestet habe. Für neue Angebote wird der Raum der Aufmerksamkeit eng, denn jeder Smartphone-Nutzer ist durch seine Wahrnehmung limitiert. Die Grenzen setzt das natürliche Bewusstsein. 



Wollte eine neue App einen Platz auf einem der Smartphones erobern, müsste das Produkt sehr überzeugend sein (Alleinstellungsmerkmal) oder ein entscheidenden Mehrwert gegenüber der Konkurrenz liefern. Zum Beispiel gibt es viel zu viele Wetter-Apps, so dass die Nutzer schnell ermüden. Zu viele Angebote töten die Vielfalt. Und die Entwickler? Kunden von dem ein oder anderen neuen Feature zu überzeugen, kann für kleinere Unternehmen sehr mühevoll sein.

Aber ganz ohne Chance sind Newcomer nicht. Es gibt immer wieder gute Beispiele für Nischenprodukte, die mit einer App erfolgreich eine Zielgruppe bedienen konnten. Hier möchte ich nur Flipboard nennen, denen es gelungen ist, Nachrichten, Feeds, Facebook und Twitter in einer Art virtueller Zeitungs-App zu bündeln - eine meiner Lieblings-Apps. 
Jetzt zieht Facebook mit einer identischen App nach, die seit 2 Tagen im amerikanischen App-Store zur Verfügung steht. Die Begeisterung der ersten Kritiker ist groß. "Paper", so heißt die Facebook App, hat selbstverständlich einen immensen Vorteil, Werbung dafür ist fast nicht von nöten. Ausprobieren kann man die App leider nur, wenn man sich einen US-iTunes-Account anlegt. Was passiert dann aber mit Flipboard? Hier werden die Nutzer sehr schnell ihre Prioritäten setzen.

Kostenlos ist auch ein Anreiz. Nicht nur die App selber, sondern auch der Content. So wie Spotify Musik kostenlos anbietet, so steht die Plattform Readfy kurz vor dem Launch. Hier sollen ebooks mit Werbeeinblendungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. ( http://www.readfy.com/ ) 
Was das für den Markt der Bücher bedeuten wird, kann man nur ahnen. In jedem Fall entstehen allenthalben neue Geschäftsideen und Innovationen. 

Wahrscheinlich hat viel mit Zufall und dem richtigen Angebot zu tun. Ich bleibe dran. 

Geschrieben am 3. Tag meiner Projektwoche im Wald Stadt Café, wo man mir freundlicherweise direkt den WLAN-Schlüssel ausgehändigt hat. 



Dienstag, 4. Februar 2014

Projektwoche Tag 2 - Dortmunder U

Auf dem Weg nach Dortmund zum großen U. Projektwoche 2. Tag. 


Das ehemalige Gebäude der Dortmunder Union ist heute ein Kulturzentrum. Am 2. Tag meiner Projektwoche konnte ich in idealer Weise drei Dinge verbinden: Architektur-Fotografie, Internet-Installation und konventionelle Kunst-Ausstellung.


Architektur-Fotografie:

Das Dortmunder U

Interessante Gebäude lassen mich durch Ihre geometrischen Formen ungewöhnliche Perspektiven ausprobieren. Hier bin ich ganz in meinem Element. Das Ganze ist eine allmähliche Annäherung an eine Stadt.


Harenberg City-Center

Das HCC-Gebäude am Dortmunder Hauptbahnhof

Spitze des HCC-Gebäudes


Dortmunder U

Rolltreppen im Dortmunder U

Für mich die Kombination aus Architektur, Kunst und Internetinstallation.

"Das Dortmunder U ist ein unter Denkmalschutz stehendes Industriegebäude am ehemaligen Stammsitz der Dortmunder Union-Brauerei, zuletzt Brauerei Brinkhoff, in der Innenstadt von Dortmund. Es ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[1] Das Gebäude wurde nach seinem Umbau im Zuge der Ruhr.2010 ab Mai 2010 in Etappen wiedereröffnet und wird heute als Kultur- und Kreativzentrum genutzt." (Quelle: Wikipedia)



Ausstellung Moving Types- Lettern in Bewegung

Moving Types

Ich bekam ein iPad geliehen und konnte an den "QR-Code-Sträuchern" Videos zu Beispielen der lebendigen Umsetzung von Schrift in Film, Video und Animation sehen. Unglaublich, wie früh schon mit Schriftanimation begonnen wurde und welches kreative Potential in dieser Form der Gestaltung liegt. Eine wunderbare Ausstellung. Wer interessiert ist, kann sich unter www.moving-types.de selber einen Eindruck verschaffen.



In der Ausstellung des Karl-Osthaus-Museums habe ich dann noch traditionelle Kunstwerke von Kirchner bis Beuys angeschaut. 


Fazit:

Insgesamt eine ideale Kombination von den Dingen, die ich mir in meiner Projektwoche vorgenommen habe. Fotografie, Internet, Kunst. Ich habe gespürt, dass mich Fotografie, interaktive Ausstellungskonzepte und Design im Zeitalter Digitaler Welten am meisten interessieren. Kunst bildet zwar eine Voraussetzung für mein Leben, hat aber nicht mehr die Bedeutung wie noch zu meinen Studienzeiten. Schön ist es aber allemal.

Mensch ändert sich halt. Manchmal braucht es so eine Woche, um sich das einzugestehen.

Was ich aber in jedem Fall erkennen konnte, dass ich mir für die ruhige und ausdauernde Betrachtung von Kunst, Design und für das Fotografieren Zeit nehmen muss. Alles braucht Zeit und funktioniert im Alltag nicht immer schnell, schnell. Meistens kann ich so etwas nur alleine.

Alle Fotos des 2. Tages hier bei Flickr http://flic.kr/s/aHsjRPhDWC.

Montag, 3. Februar 2014

Meine Projektwoche Tag 1 - Vom Analogen zum Digitalen

Zumindest bin ich schon um 7.00 Uhr aufgestanden. Die Projektwoche soll nicht mit Zeitverzögerung beginnen. Erster guter Vorsatz erfüllt.

8:00 Uhr

Mein Ziel ist es, Zeit zu haben für neue Entwicklungen im Internet, wie zum Beispiel die Frage, wie unsere Haushaltsgeräte demnächst in unserem Heimnetz integriert sind. Hier zum Beispiel eine Samsung-Waschmaschine:



Aber erst einmal der Reihe nach. Vielfach sind erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle und Anwendungen aus analogen Vorbildern entstanden und von digitalen Elementen nachgeahmt worden. Die Waschmaschine ist eher ein unschuldiges Alltagsgerät, in das nun Vernetzung eingepflanzt wird. Im Gegensatz dazu spielen traditionelle Branchen wie Musik- oder Buchbranche aber auch eher Nischenbereiche wie Auktionshäuser seit Jahren eine vollkommen neue Rolle. Sie sind neben den Online-Shops die Innovationsmotoren der digitalen Welt.

Bevor ich also die Neuentwicklungen im Netz in den Blick nehme, werde ich erst einmal die analogen Bereiche identifizieren, die durch die Digitalisierung einen neuen Wert erhalten haben. Vielleicht ergibt sich ja so eine Antwort auf die Frage, was kommt, womit sollte ich mich in den nächsten Tagen intensiver beschäftigen.

Bücher
Die Buchbranche kann sich gegen die Digitalisierung nicht mehr wehren. Sie freut sich zumindest in Deutschland, dass es noch so etwas wie die Buchpreisbindung gibt. Aber wie auch in der Musiksparte müssen Verlage ihre Konzepte überdenken, da viele Bücher als ebooks bereits illegal verbreitet werden. Dass Amazon den Markt aufmischt, hat mit ihrer mutigen und auch intelligenten Strategie zu tun. Amazon verbindet mit dem Kindle und dem eigenen Buchshop Hard- und Software, so wie es Apple mit iPod und iTunes vorgemacht hat. Ob Samsung zur Waschmaschine demnächst auch die Wäsche dazu liefert, darf dennoch bezweifelt werden. 

Wer mehr zur Zukunft der Buchbranche lesen mag, dem kann ich dieses Dokument des upload-Magazins empfehlen: Zur Zukunft der Buchbranche (PDF)

Musik
Seitdem ich mir meine neuen Dr. Dre Beats Studio Kopfhörer besorgt habe, höre ich wieder mehr Musik und das noch vollkommen kostenlos aus 20 Millionen Songs. (Und ich genieße es!) Spotify hat seit Jahresbeginn die kostenlose Variante auf Tablets und Smartphones ausgedehnt. Bezahlen muss man nur, wenn man werbefrei hören möchte oder die Songs fürs Offline-Hören herunterladen will. 

Das ist ein exemplarisches Beispiel für die Veränderung unserer Welt vom Analogen hin zum Digitalen. Tonbandaufnahme, Schallplatte, CD, mp3 und schließlich Streaming-Dienst, eine Entwicklung, in der die analoge Hardware zwar weiterhin eine Rolle spielt, aber digitale Modelle in das Bewusstsein aller Konsumenten drängen und dieses nachhaltig verändern.



Ein wirklich interessantes Beispiel Digitaler Analogien. Wir werden hier noch mehr aufspüren.

TV
Die Fernsehstationen senden rund um die Uhr. Das kommt dem normalen Fernsehzuschauer entgegen, der zunächst eine lineare Programmabfolge erwartet. Viele Zuschauer schalten um 20.00 Uhr die Tagesschau an, danach kommt Sonntags traditionell der Tatort, der bis 21.45 Uhr dauert.

Doch das traditionelle Fernsehen befindet sich zur Zeit im Aggregatzustand von Schallplattenspielern von vor 20 Jahren. Die Generation der CDs hat damals die Plattenspieler verdrängt, heute kennen unsere Kinder diese schon gar nicht mehr. Wird also auch das herkömmliche lineare Fernsehen verdrängt? Und wenn ja von wem?

Für solches Fernsehen wird es zwar in den nächsten Jahren immer noch genügend Kunden geben, aber jetzt stellen sich die Anstalten mit ihren Mediatheken und der Zusammenarbeit mit SmartTV Anbietern wie Samsung (die von der Waschmaschine) neu auf. Neue Generationen werden eher Sendungen gezielt abrufen und sich fragen, warum man denn eigentlich durch uninteressante Programme zappen muss. Vielleicht, weil das immer noch bequem ist. Der Fernsehzuschauer muss nicht viel nachdenken, wenn er einen Knopf einer Fernbedienung drückt. Die Mausbedienung und die bewusste Auswahl von Angeboten ist da doch noch etwas mühseliger. Vielleicht ist aber das traditionelle Fernsehprogramm auch eine Art von Rückzugsgebiet im Zeitalter von tausend Möglichkeiten, eine Art Anker gegen die Schwemme der digitalen Inhalte. Wobei die Sendervielfalt ja auch immer größer wird, die Qualität aber allmählich abzunehmen scheint.

Wir werden es beobachten. In jedem Fall wird im Jahr 2014 ein neuer, aus Schweden stammender Anbieter auf den Markt drängen, der kostenfrei viele Mediatheken deutscher Sender in sich vereint: Magine

"Das erklärte Ziel der Nordeuropäer ist es, TV neu zu erfinden. Deshalb möchten sie sich nicht einfach nur auf die IP-basierte Live-Übertragung existierender Fernsehsender beschränken, sondern deren Inhalte auch rückwirkend zugänglich machen. " (Quelle: Netzwertig.com)

Ich denke, dass die Menschen nicht alles neu erfinden können. Die digitale Welt bedient sich vielmehr an Konzepten der analogen Vergangenheit und schafft damit neue Dimensionen - der alte Videorekorder hat sich heute faktisch als YouTube-Kanal und Vimeo-HD-Video globalisiert. 

YouTube
Für YouTube gibt es eigentlich kein analoges Vorbild. Vielleicht nur die analoge Film-Kassette, auf der Hobbyfilmer ihre Urlaubsfilme aufgenommen haben oder in den 60er und 70er Jahren die Super8-Filme. Aber YouTube ist ja eher eine riesige Festplatte, die kostenfrei Speicherplatz für Filme und Filmchen zur Verfügung stellt. 

Das besondere ist, YouTube hat sich spezialisiert. Spezialisiert auf das Medium Film. Wieder gelingt es einem Anbieter an der Veränderung der Hardware - also der Handys und Smartphones mit Video-Aufnahmefunktion - ein Software-Angebot erfolgreich anzudocken. YouTube hat sich damit schnell gegenüber der Konkurrenz behauptet und ist als Teil von Google Marktführer in Sachen Video im Netz. Eine der zahlreichen Erfolgsgeschichten, die das Netz gebiert.

Im diesem Strom haben sich Menschen, die witzige Erklär-Videos drehen, zu den Stars von YouTube gemausert. Sie sind nicht nur erfolgreich, sondern verdienen damit mittlerweile richtig Geld. Das haben wohl die meisten der Selfbuild-Videostars vorher so auch nicht erwartet. Conclusio: Erwarte nichts, mach einfach das, was dir in (YouTube oder der Welt) Spaß macht, vielleicht bist du dann ja der neue Star.

Analog zu Digital - Einige Beispiele

Und so durchzieht ein Strom von medialen Umbrüchen unsere Welt:

  • das klassische Auktionshaus wird zu ebay
  • Zeitungen bringen digitale Ausgaben heraus
  • nur Omas haben früher aus Versandhauskatalogen bestellt, heute tun es alle
  • aus der Buchhandlung wird der Online-Buchhandel
  • die analoge Fotografie wird nicht nur durch die digitale ersetzt, auch der ganze Prozess der Vergrößerung und Fotobearbeitung wird komplett digitalisiert
  • Landkarten sind längst abgelöst worden von Navigationsgeräten, die gerade selber wieder durch Apps auf Smartphones verdrängt werden
  • Filialbanken spielen nicht mehr die Kundenrolle, die sie einstmals innehatten, Online-Banking machen nur die älteren oder vorsichtigen Leute noch nicht
  • Dicke Brockhaus-Lexika kauft man nicht mehr, das Wissen der Welt liegt im Netz oder bei Wikipedia
  • Tagebuch schreibe ich heute mit DayOne, direkt mit Fotos vom Smartphone aus
  • Fotos lagen ungeordnet in Schubladen, heute fliegen sie durch die Wolke bei Instagram, Flickr oder Picasa (und verschwinden dort leider auch)
  • Nachrichtenticker sind seit Twitter nur noch Schnee von gestern
  • Freunde bleiben Freunde, aber Facebook ist das digitale Band zwischen ihnen
  • to be continued ...


Mobile Welten
Durch Tablets und Smartphones bekommt selbst die Welt der PCs eine neue Konkurrenz, Apps sind der kleine Bruder großer Softwarepakete, das Schlagwort seit Erfindung des iPhones heißt MOBIL.

Unendliche viele Anwendungen überschwemmen den Markt der digitalen Anwendungen. Ob wir unseren Schlaf überwachen lassen wollen oder Wanderkarten digital herunterladen, für alle möglichen analogen Elemente gibt es mittlerweile digitale Entsprechungen (warum vermeide ich eigentlich das Wort 'Analogien'?).

Leicht verlieren wir die Orientierung in der Fülle des Angebots. Darum ist es mir in meiner Projektwoche auch wichtig, einmal in Ruhe nachzudenken, um herauszufinden, welche dieser Angebote denn warum erfolgreich sind und was sich in der nächsten Zeit an erfolgreichen Lösungen abzeichnet. Eine interessante Thematik für meinen nächsten Blogbeitrag.

13.30 Uhr den Kindern Essen kochen ... ganz analog!


Samstag, 1. Februar 2014

Mein Plan


Nun beginnt am Montag meine Projektwoche. Im Vorfeld macht es Sinn, sich über die Dinge Gedanken zu machen, mit denen ich mich beschäftigen werde. Es wird ein sehr persönlicher Ansatz mit Zeit für besondere Fragen und Eindrücke. 

1. Internet
Das Ganze soll eine Recherche werden. Was sind interessante Entwicklungen? Welche neuen Geschäftsmodelle werden entstehen? Wie weit greift die mobile Welt noch stärker in unser Leben ein? Inwieweit verändern sich Musik- (Auswirkungen von Spotify etc.) und Buchbranche (ebook-Markt)? Welche Kommunikationskanäle und Newsportale haben Zukunft bzw. wie sieht die Zeitung der Zukunft aus? Welche Rolle spielen dabei Facebook und Twitter?

2. Kunst und Ausstellungen
Die Betrachtung von Kunst braucht Zeit. Ich werde spontan entscheiden, was ich mir anschaue. Bisher geplant: Kunsthalle Bremen, Kästner-Museum Hannover. Die Fragestellung: Welchen Einfluss haben Werke der Kunst noch für mich? Bereichern sie mich, wenn ich ihnen mit Zeit und Ruhe begegne, noch so wie früher oder bin ich heute ein anderer Mensch als noch im Studium? Was kann ich meinen Kindern mitgeben?

3. Lesen, Literatur und Schreiben
Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Lesen, also bei mir. Heute stehe ich unter Strom, komme aus dem Büro, ordne die Gedanken, aber die Kraft für gute Literatur (Klassiker oder auch Peter Handke) so wie früher, fehlt mir. Auch die Lust am Schreiben - ich wollte während meines Studiums immer Schriftsteller werden - ist im Alltag abhanden gekommen.
Immerhin lese ich wieder mehr, aber nicht Jean Paul, sondern Charlotte Link, die ich überdies sehr gerne konsumiere. Also werde ich mir in dieser Woche eine mitentscheidende Frage stellen: Wie komme ich zurück zu einem Teil meiner literarischen Bildung? Als Anfang habe ich mir ein Hörbuch ausgeliehen: "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger. Eine alte Dame beschließt, einen ungebildeten Mann für die Welt der Bücher zu gewinnen. Gab es, denke ich, auch als Verfilmung mit Depardieux. 



4. Fotografie
Ich weiß, ich werde nie von Fotografie leben können. Dafür ist der Markt einfach zu dicht, zu professionalisiert. Sie ist aber meine Leidenschaft. 
Ich denke, dass ich einen guten Blick für Proportionen und Bildausschnitte habe. Das Spiel mit Unschärfen und geometrischen Linien macht viel Spaß. Jetzt will ich die Woche nutzen, um Erfahrung in People und Porträt-Fotografie zu gewinnen. Am Donnerstag und Freitag habe ich zwei Termine mit Models in der Bielefelder Altstadt ausgemacht. Ich möchte im urbanen Umfeld die Models mit Smartphone, Tablet und Kopfhörern platzieren. Danach werde ich meine Internetseite mit den Fotografien zu einem neuen Portfolio umbauen. 

Ich bin gespannt und werde Tag für Tag be - schreiben. 

Samstag, 25. Januar 2014

Das Micro-Experiment - Eine Woche Auszeit

Ich nehme mir Anfang Februar eine Woche Urlaub. Urlaub zum Nachdenken, Recherchieren, Kunst betrachten und Fotografieren. Einfach mal raus kommen, um einer Krise vorzubeugen? Nein, eher um sich Zeit zu nehmen für persönliche Interessen und der Frage, was kommt, was wird mich in der Zukunft beschäftigen.

Früher waren es Literatur, Kunst und immer wieder Bücher, die ich aufsog. Will ich in der Zukunft dahin zurück? Sehne ich mich nach der alten Welt? Oder möchte ich mich an meinem Jetzt neu orientieren? Was passiert im Netz, was entsteht zwischen Facebook und Twitter in den nächsten Jahren? Finde ich Antworten auf Trends aus denen ich neue Herausforderungen entwickle und für mich nutzen kann - als Geschäftsidee, als Gedankenmodell, als zukünftiges Projekt? Und wie lässt sich das vereinbaren mit Familie, Beruf und Alltag?

Spannend sind für mich Fragen zum 3-D-Druck, zur Digitalisierung des Lesens und zur Welt der digitalen Kommunikation. Viele Trends habe ich in der Vergangenheit nur konsumiert und arbeitstechnisch in vorhandene Strukturen eingebettet. Jetzt möchte ich einmal selber einem Trend nachspüren und ihn eventuell mitbefördern. Wobei mir klar sein sollte, dass eine Woche dafür nicht reicht und auch die Trends, die viel versprechen, oft scheitern (siehe 'Second Life').

Aber die "eine Woche" ist ein Anfang, ein kleines Samenkorn. Ich werde in dieser Woche in Museen und Cafés sitzen, werde mit dem Tablet recherchieren und meine Gedanken und Ergebnisse in diesem Blog veröffentlichen. Wer mag, kann also mitlesen und zumindest virtuell in meiner "Woche" dabeisein. Es ist so eine Art "Micro-Experiment". Ich bin gespannt.


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Wirklichkeit und Zufall in GTA V - Test Teil 3


Regenschauer, Meeresbrise, Frauen mit Gurkenmaske und Gassigehen mit dem Hund Chop. Ich habe nicht den Eindruck, dass GTA V mich einmal nicht überraschen könnte. MIttlerweile tauche ich immer mehr in San Andreas ein und genieße das tägliche Leben. Rockstar hat sogar die Mondphasen berechnet und setzt die abendliche Landschaft in eine dementsprechend wechselnde Atmosphäre.

Klar, alles wurde irgendwo von Software-Designern programmiert. Wenn die GTA-Welt aber die Wirklichkeit so perfekt simuliert, dann ahmen nicht nur grafische Oberflächen die Realtät nach, sondern auch die sozialen Konstrukte. Die Menschen im Spiel sind per Künstlicher Intelligenz in gewissen Maßen gesteuerte Softwarepakete, die immer mehrere Optionen für ihre Handlungen haben. Als GTA-Spieler liebe ich es, diese quasi zufälligen Verhaltensweisen auf die Probe zu stellen. Nahe an den Figuren vorbeigehen und deren Äußerungen hören, ist eine eigene Beschäftigung. Als mein Wagen ein paar Beulen abbekommen hatte, machten Passanten sich tatsächlich darüber lustig. Neulich habe ich auf der Autobahn einen Stau erzeugt. Ein wirklich interessantes Experiment, dass leider mit der einer handfesten Schlägerei endete. Die Reaktionen der Bewohner fühlen sich wie Zufall an, sind aber eher ein kalkuliertes Produkt von Detailversessenheit der Programmierer.

Diese Simulation von Zufall ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Spiele-Entwickler. Unsere Welt lebt von Zufälligkeiten und den kleinen Änderungen, die unsere Tage und die anderer Menschen fundamental ändern können. Da eine offene Spielewelt eine freie Entfaltung der Protagonisten erlaubt, mussten hier auch unzählige "wenn-dann"-Beziehungen programmiert werden. Das funktioniert nach dem Prinzip, wenn Franklin einer Frau ein Auto stiehlt, läuft diese davon, stiehlt er dagegen einem Mann einen Wagen, dann schlägt er auf Franklin ein. Aber davon gibt es dann auch wieder viele viele Ausnahmen, von denen nur Rockstar weiß.

Im Gegensatz zu dem linearen Drehbuch eines Filmes, müssen Spiele-Entwickler eine Unmenge an vernetzten und sich bedingenden Alternativwelten oder Verhaltensweisen einkalkulieren (auch innerhalb der Missionen). Diese dürfen nicht zu einfach sein, denn ansonsten funktioniert die Simualtion des Zufalls nicht. Durchschaut man die "if-else-Komponente", wird das Spiel langweilig.

GTA V ist deshalb so mächtig und herausragend, weil die offene Welt nicht nur eine geografisch messbare ist, sondern auch eine sozial offene mit Kino, Tennisplätzen, Golf und fantastischer Gondelbahn. Und je nach Ort verhalten sich Menschen verschieden, sind andere Typen zu sehen. GTA ist deswegen in allen Facetten kolossal und nie langweilig.

So zum Beispiel beim Umschalten von einem Charakter zum anderen. Es befördert mich in eine scheinbar zufällige Situation des jeweilig Ausgewählten. Dabei entsteht das Gefühl von Eigenständigkeit der Figuren, so als liefe der Handlungsfaden im Hintergrund unbemerkt weiter, wenn der andere Protagonist gespielt wird. Eine ziemlich coole Sache, ebenso genial, wie die Möglichkeit, kurzzeitig die Perspektive des Hundes Chop einzunehmen. Wer wollte nicht immer schon mal den "Hundeblick" testen?


Dienstag, 24. September 2013

Geh-Walt - Hört der Spaß bei GTA V auf? - Test Teil 2


Harry Potter kann zaubern. Er kann durch Wände gehen und gegen böse Gegner kämpfen. Meine Kinder wissen, dass er das nur im Film kann. Auch wissen sie, dass Radioaktivität sehr gefährlich ist, auch wenn sie herzlich über Homer Simpson lachen, wenn der im Atomkraftwerk wieder mal eine Kernschmelze herbeiführt. Sag’ ich, “Darüber lacht man doch nicht”. Sagen sie, “Papa, wir sind doch nicht blöd, das ist doch nur ein Comic.”

Ja, Kinder können je nach Alter Schwarz und Weiß gut unterscheiden. Sie wissen was Realität und was Fiktion ist. Doch sind sie reif für GTA? Nein. Für den Schutz der unter 18jährigen gibt es die Bundeprüfstelle, die GTA V erst ab 18 freigibt. Gut so, denn bei jeder Gewalt-Darstellung besteht die Gefahr, dass Kinder es nicht verstehen können. Auch wenn es sich um Comics handelt. Wir Ü40 sollten da weiter sein. Wer das mit der Fiktion mit 18 immer noch nicht versteht, hat ein ernstes Problem, ein psychologisches Wahrnehmungsdefizit. 

GTA V ist ein Comic, eine Vorstellung von Realität, die mit den Mitteln der Simulation arbeitet. Die Stadtlandschaft wird zur virtuellen Metropole, die Schauplatz eines amerikanischen Lebens ist, wie wir sie aus verschiedenen Filmen kennen. Filme, die einen erfundenen Kosmos an Übertreibungen, Fiktionen und üblen Handlungen darstellen. 

Hier setzt GTA an. Es legt auf die harmlose Welt von Autoverkehr, Tennisspiel und Abenddämmerung am Strandbad eine Schablone übelster Gewalt und karikiert damit den American Way of Life. Überzeichnete Figuren und krasse Gangstersprache im amerikanischen Slang sind die Gewürze, mit denen Rockstar sein Spiel anrichtet. Das Töten ist scheinbar eine Form, ohne das dieses Genre nicht auskommt. So wie eine Darstellung der Enthauptung des Holofernes ohne abgetrennten Kopf, Dolch und Blut nur semi-erfolgreich wäre. Oder ein “Tatort” am Sonntag ohne Leiche im wahrsten Sinne des Wortes ‘sterbenslangweilig’ wirken würde. So würde sich GTA ohne Missionen mit Mord und Totschlag wie ein fades Cruisen a la “Second Life” anfühlen und sich sehr schnell erschöpfen.

Deshalb ist ein Naserümpfen von Älteren eher dem fehlenden Verständnis anstatt einer echten Empörung geschuldet. Hier hört für sie der Spaß auf, weil sie Realität und Fiktion verwechseln wollen. Auch die einfache Übertragung der Gewalt im Spiel auf die in der Realität wird allzu häufig angeführt. Als würde ein Banküberfall im TV unmittelbar zu einer erhöhten Kriminalität im Frankfurter Bankenviertel führen. 

Also freue ich mich ohne schlechtes Gewissen über ein Genre, das vielen Menschen (Männern) eine wahre Freude bereitet. Nicht die Freude am Töten, nein am Spielen. Ein Spiel, in dem sowohl in den Missionen als auch in den freien Momenten einen kurzen Augenblick der Eindruck entsteht, Handelnder in einem spannungsreichen Krimi zu sein. Es fühlt sich an, als wäre ich ein Teil einer Gang in einem kaum enden wollenden Handlungsfaden - eine irres Gefühl von Unabhängigkeit und erlaubter Durchtriebenheit stellt sich ein. Ich sitze am Schalthebel eines scheinbar offenen Lebensentwurfs, den mir Rockstar hinlegt. Es fühlt sich an, wie ein Teppich der unendlichen krimineller Möglichkeiten, wunderbar unrealistisch. 

Allerdings nerven auch die Störfeuer: Das Handling der Fahrzeuge ist schwierig. Manche Missionen lassen sich ohne mein dickes Lösungsbuch kaum schaffen. Die Untertitel mitlesen und gleichzeitig die Autos steuern und mit den Waffen feuern ist kaum möglich. Hier bin ich doch noch zu sehr Banden-Novize. Aber ohne einen spürbaren Lernerfolg wäre ja alles nur halb so spannend. Und die Frauenfiguren... ok lassen wir das.

Gender-Aspekte und tiefgründige Gespräche darf man nicht erwarten. Aber eben eine offene Spielewelt. Was die Online-Welt am 1. Oktober bringen wird, muss sich noch zeigen. In jedem Fall ist einiges zu erwarten. Genug Futter für meine Selbstgespräche. Ich hätte nicht wenig Lust, einen Reiseführer für GTA zu schreiben. Ein interessanter Gedanke. Ich teste weiter.